Marije Nie’s neuer Tanzfilm ist eine getanzte Begegnung mit Istanbul. Ein Interview.

Die Amsterdamer Steptänzerin Marije Nie arbeitete an ihrem künstlerischen Steptanz-Film One Million Steps in Istanbul als die Stadt von Massenprotesten der Bevölkerung gegen die Regierung erschüttert wurde und in den Fokus internationaler Nachrichten rückte. Im Interview spricht sie über getanzte Schritte als Metapher für Entwicklungsschritte im Leben, über Steptanz als zeitgenössische Ausdrucksform und die Besonderheiten vom Tanzen im öffentlichen Raum.

In your current film project „One Million Steps“, you try to get in touch with an entire city through rhythm. How do you do that? What is it about?

The idea for the project was created by Berlin filmmaker Eva Stotz and me in autumn of 2012. We were both fascinated by rhythm, and by the idea of taking a closer look at steps, the smallest unit of human transportation. To us it is both a very concrete thing and a rich image of progress, choices, transformation. Tap dance seemed to us the ideal metaphor for this idea, as it is the dance of the million steps, always travelling, but never actually getting anywhere.. so we thought of a tap dance journey through a big city, to confront the functional reality of (city) life with dance and rhythm. Also we wanted to connect with people through this and find out about important steps in their lives.

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Stepptänzer Sebastian Weber über seine Produktion SYNCHRONZEUGEN

Der Choreograph und Tänzer Sebastian Weber hat zusammen mit dem Frankfurter Regisseur Stéphane Bittoun ein genreübergreifendes Tanztheater produziert, das vergangenen Oktober in Leipzig und Berlin gezeigt wurde. Aktuell probt das Team für eine Wiederaufnahme, die das Stück in veränderter Besetzung auch ans tap ahead festival in Düsseldorf bringt. Mit dem spanischen Steptänzer und Schauspieler Ludovico Hombravella steht ihm ein kongenialer Partner zur Seite. Hier das Interview:

Sebastian, dein aktuelles Stück heißt SYNCHRONZEUGEN.  Erzähl uns was davon!

SYNCHRONZEUGEN ist eine ziemlich wilde Mischung aus Steptanz, Sprechtheater, Jazzkonzert, Film und Hörspiel. Ursprünglich war ich vom Thema „Synchronisation“ inspiriert und hatte jede Menge tänzerischer Ideen dazu, aber im Lauf der Stückentwicklung haben sich dann andere Schwerpunkte stärker durchgesetzt: nämlich das Erzählen einer schrägen Story mit all den verschiedenen Medien, die wir benutzen.

Was ist denn die Story?

Grob gesagt geht es um zwei Männer, die gemeinsam um die Welt segeln und dann ziemlich ahnungslos in die Machenschaften eines lokalen Drogenkönigs in Venezuela geraten. Es gibt wirre und absurde Verwicklungen Weiterlesen

Pia Neises und Daniel Luka produzieren “60 bpm” für das Steptanzfestival im tanzhaus nrw


Stepptänzer Daniel Luka und Pia Neises

Foto: Anke Schwarzer

Beim kommenden TAP AHEAD Festival in Düsseldorf (17.-20.05.2012) gibt es eine Premiere: Pia Neises und Daniel Luka präsentieren das vom tanzhaus nrw koproduzierte Stück „60 bpm“.  Im Interview erzählen die beiden Steptänzer aus NRW wie es dazu kam:

Pia und Daniel, was ist das für ein Stück, an dem ihr zurzeit arbeitet?

Daniel Luka: 60 BPM eine zeitgenössische Steptanzshow zum Thema Zeit.  Das heißt, wir versuchen die Eigenschaften und das Erleben von Zeit im Alltag, wie zum Beispiel Weiterlesen

Ein neues Steptanz-Festival für Berlin!

Rund zehn Jahre nach dem letzten „Tap as Tap Can“ Spektakel in den Hallen am Borsigturm bekommt Berlin wieder ein eigenes Steptanz-Festival: die Macherin des neuen Berliner Steptanzstudios Blue Tap Anina Krüger hat für den 11. – 13. Mai die internationalen Solisten Brenda Bufalino, Michelle Dorrance und Rubén Perez eingeladen. Neben Workshops stehen auch zwei Bühnenveranstaltungen auf dem Programm: am Donnerstag, den 10. Mai wird das Festival von Brenda Bufalino eröffnet, die ihre One-Woman Show „Dancing my Dance“ in Begleitung der Musiker Fee Stracke und Jan Roder zeigt. Zwei Tage später folgt dann der obligatorische All-Star-Abend, bei dem sich neben den Gästen auch Anina Krüger und Julia Liro die Ehre geben.

Das Festival ist der vorläufige Höhepunkt der bemerkenswerten Entwicklung des „Blue Tap“ als einem lebendigen Steptanzknotenpunkt in der Hauptstadt. Schon bei der Eröffnung im Februar 2011 war klar, dass Weiterlesen

tap ahead Festival 2012 in Düsseldorf

Das diesjährige tap ahead Festival in Düsseldorfs tanzhaus nrw kündigt sich selbstbewusst als “Gipfeltreffen des modernen Steptanz” an.  Und das zu Recht. Mit seiner 15jährigen Geschichte ist es das traditionsreichste Steptanz-Festival Deutschlands und hat über Jahre wichtige Impulse in die Szene gegeben: es engagierte sich regelmäßig als Koproduzent innovativer Steptanz-Choreographen wie Sebastian Weber und Thomas Marek, brachte zahlreiche Uraufführungen und internationale Weiterlesen

Eurydike als Steptanz-Oper mit Marijke de Braal, Josh Hilberman und dem WDR Rundfunkorchester

In Köln und Amsterdam entsteht dieser Tage ein äußerst ungewöhnliches Projekt: das WDR Rundfunkorchester probt die Uraufführung der Steptanz-Oper Eurydike.  Der Westdeutsche Rundfunk hat die Komposition bei dem renommierten niederländischen Filmkomponisten Paul van Brugge in Auftrag gegeben und setzt damit bereits die zweite Kommision für Steptanz und Orchester um.

Die treibende Kraft hinter der anhaltenden Begeisterung des WDR für den Steptanz ist die Amsterdamer Choreographin und Steptanzsolistin Marijke de Braal.  In den vergangenen Jahren tanzte sie das Tap Dance Concerto von Morton Gould mit unterschiedlichen Orchestern, auch mit dem Rundfunkorchester des WDR.  Der Manager des Orchesters regte daraufhin an, den jungen niederländischen Komponisten Paul van Vulpen mit der Komposition eines Werkes für Orchester und Holzschuhe zu beauftragen.  „Für mich war das ein bisschen zuviel Dicke-Schuhe-Sound“ entschied Marijke de Braal und Weiterlesen

Steptanz zum Neujahrskonzert in Graz

In diesem Jahr hat das Grazer Philharmonische Orchester zum Neujahrskonzert seine Zuschauer gründlich überrascht: auf dem Solistenpult stand nicht wie üblich ein klassischer Musiker, sondern der Steptänzer Andreas Dänel.  Aufgeführt wurde das Tap Dance Concerto von Morton Gould.

Andreas, was ist das Tap Dance Concerto für ein Stück?

Es ist ein Konzert für Solist und Orchester, ganz im Sinne der klassischen Tradition. Bei einem Klavierkonzert ist zum Beispiel ein Pianist der Solist vor dem Orchester und hier handelt es sich um ein Steptanzkonzert, bei dem ein Steptänzer der Solist vor dem Orchester ist.

Welche Aufgabe musst Du als Solist erfüllen?  Musst Du seitenweise nach Noten steppen?

Meine Rolle besteht darin, mit dem Orchester zu musizieren, indem ich den vom Komponisten vorgeschriebenen Solopart umsetze. Dieser ist wie eine Schlagzeugstimme notiert und gibt mir verbindliche Rhythmen, zu denen ich eine eigene Choreographie entwickle.  Das heißt, es muss so klingen, wie Morton Gould es will, aber die Ausführung Weiterlesen

Choreograph des Films “The Artist” im Interview

Photo: Peter Lovino (c) WarnerBros.

Am 26.01. kommt der Film „Der Artist“ in die deutschen Kinos.  Der Überraschungserfolg aus Frankreich ist ein Exot in der aktuellen Kinolandschaft, denn es handelt sich um einen Stummfilm im Schwarz-Weiß-Stil der 20er-Jahre.  Und: um einen echten Steptanzfilm.  Im Interview erzählt Steptänzer und Choreograph Fabien Ruiz aus Paris von seinem Anteil an der Entstehung des Films.  [Die Fragen stellte Sebastian Weber, Übersetzung: Gaelle Lisack.  Das französische Original  steht am Ende des Artikels!]

Fabien, in Deutschland konnten wir den Film bisher nicht sehen.  Kannst du uns ganz kurz sagen, worum es geht?

Hollywood 1927. George Valentin ist ein Star des Stummfilms, dem alles zufliegt. Aber der Aufstieg des Tonfilms lässt ihn in Vergessenheit geraten. Peppy Miller, eine junge Statistin, wird ihrerseits ans Firmament der Stars katapultiert. Der Film erzählt die Geschichte ihrer Begegnung und davon, wie Berühmtheit, Hochmut und die Liebesgeschichte der beiden Schauspieler gefährden.

Dieser Film ist überhaupt kein Musical – im Gegensatz zu dem, was die Vorschau ahnen lässt!  Es gibt lediglich zwei getanzte Sequenzen: die erste ist sehr kurz und lustig, es ist ein Treffen Weiterlesen

Urban Tap in Frankreich

New York Revue by Urban TapTamango ist mit seiner Companie Urban Tap zu Gast beim Festival Jazz in Marciac.  Auf dem Programm steht die “New York Revue”, in der Tamango und sein kongenialer Videokunst-Partner Jean de Boysson ein pulsierendes Mosaik aus Tanz, Akrobatik, Groove und Videoprojektionen inszenieren.  Das Stück verbindet die unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Ausdrucksformen, von Capoeira über Hip Hop bis zu zeitgenössischem Tanz, von japanischer Flöte über indische Tabla bis zu senegalesischer Gitarre… Gemeinsam haben alle diese Zutaten, dass Weiterlesen

Online Groove Training (nicht nur) für Steptänzer

Stepptänzer Sebastian WeberVor einigen Tagen ist die achte Folge von Sebastian Webers kostenloser Online Rhythmusschule erschienen.  Weber, der Steptanztechnik, -repertoire und -improvisation auf internationalen Workshops unterrichtet, will mit diesen Internet-Ressourcen eine Möglichkeit bieten, musikalische Kompetenz zu trainieren, weil dafür seiner Meinung nach im Rahmen konventioneller Workshops oft zu wenig Zeit ist.  Auch erfordert gutes Rhythmustraining ständige Wiederholungen und konzentriertes Hören, am besten allein oder in kleinen Gruppen, so dass Weiterlesen